Grenzschlachten im Westen 1914
Die Eroberung von Lüttich
Auszug aus "Der Weltkrieg 1914-1918"
Band I "Die Grenzschlachten im Westen",
erschienen im Verlag E.S. Mittler, Berlin 1925.
Seiten 115-116

"...Diese, die 14. Infanterie Brigade war um 1 Uhr nachts, mit dem
Infanterie-Regiment 27, der II Abteilung des Feldartillerie-Regiments 4
und der 4.Kompagnie Pionier-Batallions 24 als Sturmkolonne, mit den
übrigen Truppen als Reserve auf Retinne angetreten. Die Generale von
Emmich und Ludendorff begleiteten ihren Vormarsch. General von Emmich,
der "Eroberer von Lüttich"
Die Brigade kam zunächst rasch vorwärts. Bei Retinne stieß die Vorhut in-
dessen auf belgisches Militär. Geschütze und Machinengewehre beherrschten
die Straße und zwangen die Deutschen, zu beiden Seiten notdürftig Deckung
zu suchen. Der Brigadekommandeur, Generalmajor von Wussow, und der
Kommandeur des Infanterie-Regiments 27, Oberst Krüger, fielen. Auch bei
dieser Brigade drohte infolge der schweren, sehr plötzlichen Verluste, vor
allen an höheren Offizieren, eine Krisis, aber sie wurde hier durch das willen-
starke und umsichtige Eingreifen des Generalmajors Ludendorff, der sofort
die Führung der Brigade übernahm, überwunden. Er, seine beiden Begleiter,
die Generalstabshauptleute Brinkmann und von Harbou, sowie der Kommandeur
der 4. Jäger, Major von Marcard, rafften zusammen, was an Jägern und Mus-
ketieren zur Stelle war und nahmen die feindlichen Widerstandsnester durch
Umfassung.
Mehrere belgische Offiziere und etwa 100 Mann wurden gefangen, die Geschütze,
die die Straße entlang gefegt hatten, genommen. Weiter Widerstand in Queue-du-Bois
wurde in hartnäckigem Häuserkampf gebrochen, nachdem General Ludendorff, unte-
rstützt durch den Abteilungskommandeur, Major de Greiff, zwei leichte Haubitzen auf
der Dorfstraße in die vorderste Linie in Stellung gebracht hatte. Auch im weiteren
Verlauf des Gefechtes war er durch persönliches Eingreifen unablässig bemüht, den
Kampf vorwärts zu tragen; inmitten der vordersten Schützen stürmte er mit anf-
euernden Zuruf seiner Brigade voran.
Erst nach Tagesanbruch war das langgestreckte Dorf genommen, an dessen Westrande
sich die Brigade wieder ordnete. Zurückgehende Belgier konnten noch unter Feuer ge-
nommen werden. Sofortige Versuche, nach rechts und links zu den Nachbarkolonnen
zu gewinnen, führten zu keinem Ergebnis.
Der weitere Vormarsch verlief kampflos. Gegen Mittag erreichte die Brigade, an ihrer
Spitze General Ludendorff, die Höhe östlich der von Feinde geräumten alten Kartause.
Die Stadt lag jenseits der Maas zu Füssen des Angreifers. Auf der Zitadelle wehte die
weiße Fahne. Hauptmann von Harbou ritt als Unterhändler in die Stadt...."

Die deutschen Minen- und Granatwerfer 1914-1918
von Wolfgang Fleischer  Waffen-Arsenal Band 150
Auszug Seite 3

"Am 13. August 1914 setzen die deutschen Truppen bei Lüttich
zum ersten Mal im ersten Weltkrieg Minenwerfer ein. Dazu
waren von der 4./Pionierbataillon 24 (einem sogenannten
Festungs-Pionierbataillon) 400 m vom Kehlgraben des
Forts Fléron entfernt, vier schwere Minenwerfer in Stellung
gebracht worden. Tags zuvor hatte man sie mit Lastkraftwagen
an die Front gebracht. Bei der geringen Schußweite von 420 m und einer
Streuung, die auf dieser Entfernung bei 3 m lag, konnte eine ausgezeichnete
Treffgenauigkeit erzielt werden. Die 50 kg schwere Sprengladung der dünnwandigen Wurfminen
ergab eine Wirksamkeit, die von der Artillerie nicht erreicht werden konnte: Der Kehlgraben des
Forts war meterhoch aufgewühlt, die Fenster der Kehlkaserne und eine Grabenwehr vollständig
verschüttet. Soweit Auszüge aus dem Bericht über den ersten, für Belgier und Franzosen
überraschenden Minenwerfereinsatz."

Die ersten Minenwerfer im Weltkriege.
Von Hauptmann Thorner
Illustrirte Zeitung  "Minenwerfer"
Ausgabe 3882 Kriegsnummer 173 1917
 

Was ist das für eine neue Waffe? mag sich mancher gedacht haben,
als nach vielen Monaten er zum erstenmal im Heeresbericht das Wort
Minenwerfer las. Wer vorher nichts davon gehört hatte, ahnte wohl nicht,
daß die Minenwerfer schon seit den ersten Tagen des Krieges ihr gewaltige
Sprache gesprochen hatten, und noch weniger, daß schon mehrerer Jahre
vor dem Kriege diese Waffe der einsichtsvolle Blick weit vorausschauender
Pionieroffiziere geschaffen hatte. Wie er sich entwickelt hatte, und wie
weit seine Verwendung im Frieden fortgeschritten war, soll hier nicht weiter
erörtert werden, sondern ich will von seinen ersten Taten und seinen ersten
Erfolgen berichten

Am Abend des ersten Mobilmachungstages, Sonntag, den 2.August 1914,
rückte ich an der Spitze der 4.Feldkompagnie des Pionierregiments 24
aus unserer Garnisonsstadt Cöln ins Feld. Von der Kaserne bis zum Bahnhof
begleiteten uns begeisterte Kundgebungen der Cölner Bevölkerung und
erhöhten die Stimmung von uns allen, die wir als erste Truppen mit
Spannung unserer unbekannten Bestimmung entgegensahen.
Die Minenwerfer an denen die Kompagnie als einzige des Regiments,
neben Ihrer Pioniertätigkeit, im Frieden ausgebildet war, und an denen sie
oft auf dem Übungsplatz dicht am Rheine unter dem deckenden Schutz
von ausgespannten Zeltbahnen geübt hatte, wurden nicht mitgenommen,
sondern sollten bestimmungsgemäß erst einige Tage später zur Truppe stoßen.

Die kriegerischen Ereignisse ließen nicht lange auf sich warten. Am 4. fanden
die ersten Begegnungsgefechte in Belgien und leider auch die Freischärlerüberfälle
statt, am 5. marschierten die Truppen, unter dem Feuer der Forts von Lüttich, dicht
an diese heran, und am 6. durchbrachen wir die Linie zwischen den Forts und
konnten der staunenden Welt die Einnahme einer der stärksten Festungen der
Welt melden. In den nächsten Tagen begann von innen heraus der Kampf gegen
die Forts.

So verging kein Tag ohne Kampfvorgang für die Kompagnie.
In der Nacht von 12. zum 13. erhielt ich in Lüttich, wo sich das Standquartier der
Kompagnie in der Universität befand, die Nachricht, daß meine schweren Minenwerfer
mit Munition in einem Ort jenseits der Fortlinie mit den anderen Kompagnien des
Bataillions eingetroffen seien, und daß sie zu Einnahme des Forts Fléron eingesetzt
werden sollten. Noch in derselben Nacht wurden die Minenwerfer auf Lastkraftwagen
durch die Linie der inzwischen gefallenen Forts Barchon und Evegnée hindurch zur
Kompagnie herangezogen.

Der Einsatz der Minenwerfer gegen das Fort Fléron kam mir sehr erwünscht; denn
einmal wollten wir auch zeigen, daß wir der schwereren Artillerie, die gerade ihren
ersten Triumphe zu feiern begann, eine ebenbürtige Waffe zur Seite stellen konnten,
dann aber kannte ich das Gelände um dies Fort ganz genau, da ich es persönlich
am 7. August erkundet hatte. Der Erkundung war dann ein Unternehmen im Verbande
mit einem Bataillon Jäger und einer Batterie Feldartillerie gefolgt, das aber nicht zur
Einnahme geführt hatte.

Am 12. war ich nochmal auf eigene Faust in einem beigetriebenen Kraftwagen allein
mit drei Mann zum Fort gefahren und hatte den Kommandanten zur Übergabe aufge-
fordert. Wenn der Kommandant auch zu meinem Schmerze der Aufforderung nicht
Folge leistete, so war er immerhin so freundlich gewesen, mich nicht gefangenzu-
nehmen; aber er hatte mir unfreiwillig gestattet, das Fort und das Umgelände recht
genau in Augenschein zu nehmen.

An der Kehle, der Rückseite des Forts, lief im Westen die Eisenbahnlinie vorbei.
Unweit südlich befand sich ein Bahnhof. Vom Bahnhof zog sich eine beiderseitig
mit Häusern bedeckte Dorfstraße in der Richtung auf Lüttich hin. Ich ließ nun die
Lastkraftwagen unter dem Schutze der nach dem Fort zu gelegenen Häuserreihe
bis dicht an den Bahnhof heranfahren und die Minenwerfer und schweren Minen
abladen. Schon bei dem Unternehmen am 7. hatte ich einen in der Nähe vorge-
fundenen, mit Kriegsmaterial vollbeladenen Eisenbahnzug in mehrstündiger Arbeit
auf das dem Kehlglacis zunächst gelegene Geleise verschieben lassen und so
eine künstliche Deckung gegen das Fort geschaffen. Das Geleise lag so dicht am
Fort, daß die schweren Geschütze der großen Panzertürme, deren Geschosse an
sich imstande waren, die Wagen glatt zu durchschlagen, wegen ihrer begrenzten
Neigungsfähigkeit nach unten aber die Eisenbahnwagen nicht fassen konnten.
Gegen die kleinkalibrigen Geschosse der kleinen rasanten Geschütze und gegen
Gewehrgeschosse bildeten die Wagen einen hinreichenden Schutz.

Unter dieser Deckung wurden die Minenwerfer an das Fort herangeschafft und zwei
in der Kehle, zwei in der Flanke in Stellung gebracht. Die beiden seitlichen standen
hinter einem Hause, das, dicht am Fort gelegen, die Belgier entweder in der Eile
oder in dem Glauben, daß von rückwärts niemals ein Gegner kommen könnte, ver-
säumt hatten niederzulegen. Munition wurde bereitgelegt und die Minenwerfer geladen.
Alles war begierig auf die Wirkung des ersten Schusses, hatte doch kein Mann von der
Kompagnie zuvor eine scharfe Mine gesehen; denn eine scharfe Mine war im Frieden
ein so kostbares Stück und erforderte so große Übungsplätze, daß es nur einigen
wenigen an gewissen Plätzen Deutschlands vergönnt gewesen war, damit zu üben.
Um so besser waren die Leute mit der Handhabung blinder Übungsmunition vertraut.

Eben waren die ersten Minen geladen, so kam etwas Unerwartetes: Wenn wir auch
schon üble Erfahrungen mit den belgischen Freischärlern gemacht hatten, so waren wir
nach dem Durchbruch durch die Fortlinie und der Einnahme von Lüttich jetzt, wo wir in-
mitten weniger Häuser mit einer stattlichen Truppenzahl standen, auf sie nicht mehr gefaßt.
Plötzlich fielen von allen Seiten auf uns und die uns helfende Infanterie aus den Häusern
Schüsse. Leider mußten dies einige mit ihrem Leben bezahlen, aber die Vergeltung ließ
nicht lange auf sich warten. Im Nu waren die Häuser erstürmt und in Brand gesteckt.

Stundenlanges Knattern in den Flammen bewies uns, wieviel Patronen zu solchen Zwecken
in den Häusern aufgestapelt waren. Endlich konnte der erste Schuß, der erste Schuß im
Weltkriege aus einem Minenwerfer, fallen. Alle sahen freudigen Auges der schönen Flugbahn
der Mine nach, dann folgte die ungeheure Detonation mitten im Kehlgraben des Forts, die alles
ringsum erbeben ließ. Eine mächtige Rauchwolke, mit Erde vermischt, stieg zum Himmel.
Nun folgte Schuß auf Schuß. Die Leute schleppten die zentnerschweren Minen herbei, als ob
es nichts wäre.Auch der Splitter, die infolge der nahen Entfernung bis zu uns herüberschlugen,
achteten sie nicht.

Wir waren so nahe an das Fort herangegangen, als es die Ausnutzung der letzten Deckung
gestattete.Indessen reichte die Schußweite nicht weiter als bis zur Mitte des Kehlgrabens
und zum gedeckten Ausgang auf dem Kehlwall. Die Geschütze des Forts feuerten weiter
planlos nach allen Seiten; sie wußten wohl kaum, wo wir standen, denn wir hatten ihre Be-
obachtungsspiegel, die sonst aus der Mitte der Panzertürme unter einem kleinen Panzer-
hütchen herausgesteckt wurden, durch wohlgezieltes Gewehr- und Maschinengewehrfeuer
schon bei der Unternehmung am 7. August zerschossen. Jetzt wagte die Besatzung über-
haupt nicht mehr, sie herauszustrecken, sie hatten keinen Ersatz mehr dafür. So war der
Abend herangekommen. Wir machten eine längere Pause, dann wurde das Feuer bei Nacht
mit längeren Zwischenräumen fortgesetzt mit gutem Erfolge.

Um 8 Uhr morgens war das Fort niedergekämpft und steckte eine weiße Fahne dort, wo die
Besatzung gedeckt den Wall erreichen konnte, heraus. Da aber gerade dort unsere Minen
einschlugen, wagte sich der Gegner nicht weit genug heraus, und so bemerkten wir das Zeichen
der Übergabe leider nicht und setzten daher das Feuer fort. Auf einmal schlugen auf dem Fort,
rechts, links und hinter uns gewaltige Geschosse ein. Sprachlos sahen wir uns an. Das mußte
unsere eigene Artillerie sein. Zeit blieb nicht lange zur Überlegung. Wir mußten fort, die Minen-
werfer stehen lassen und uns etwas weiter in Deckung begeben, wollten wir nicht durch unsere
eigene Artillerie, die nicht ahnte, daß die bisherigen Einschläge von dicht am Fort stehenden
Minenwerfern herrührte, sondern sie wohl einer weit entfernt stehenden anderen Batterie zu-
schrieben, getroffen werden. Um 10 Uhr morgens schwieg das Feuer, da nun das Fort eine
zweite weiße Fahne, uns allen sichtbar, zu einem Panzerturm zum Zeichen der Ergebung
heraussteckte.

Nach der Übergabe sahen wir,  wie auch der Kommandant bestätigte, welche niederschmetternde
Wirkung das neue Kampfmittel. die großen schweren Wurfminen, auf die Besatzung gemacht hatten,
die vollkommen erschüttert und keines Widerstandes mehr fähig war. Aber die Wirkung unserer Minen
war auch gewaltig. Deutlich konnte man ihre steilen EInschläge von denen der Artillerie unterscheiden.
Der Kehlgraben war meterhoch aufgewühlt, die Fenster der Kehlkaserne und eine Grabenwehr vollständig
verschüttet, große Betonblöcke herabgeschlagen.Der gedeckte Ausgang auf dem Kehlwall war ausein-
andergesprengt und die eiserne Abschlußtür vollständig zertrümmert.

Die Kompagnie marschierte nach Lüttich ab.  Vierzig Stunden hintereinander war sie auf dem Marsch
und im Kampf gewesen. Aber, stolz, der jungen Waffe zum ersten entscheidenden Erfolge verholfen
zu  haben, war ihr kaum eine Ermüdung anzumerken.

Die Anerkennung blieb uns nicht versagt.
Am selben Abend beglückwünschte mich Exzellenz v.Emmich und feierte uns als Sieger von Fort Fléron.
 


Die Tätigkeit der Pioniere bei der 7.Armee beim Angriff am 27. Mai 1918
Nach dem Bericht des Gen. der Pioniere VII Armee, Gen.Maj. UNVERZAGT,
Nr. 20870, A.H.Q., den 04.Juli 1918.

Es würde zu weit führen, ist auch nicht Absicht und Zweck dieses Berichts,
die Tätigkeit sämtlicher an der Schlacht vom 27.Mai beteiligten Pionierformationen
(94 Pionierkompanien) im einzelnen zu schildern und zu verfolgen. Im Nachstehenden
soll nur aus den hier vorliegenden Berichten eine Reihe besonders vorzüglicher Lei-
stungen und hervorragender Taten kurz Erwähnung finden, um zu zeigen, daß die
Pioniere überall und bei jeder Verwendung ihren Aufgaben gewachsen waren und
ihren vollen Anteil am Gelingen der Operation hatten.
....
Gruppe Conta:
Die 1., 2. und 3./Pi 24 (O.G.L.Batl.=Kmdr. Hptm Christ) hatten schon eine halbe Stunde
vor dem Beginn unseres Artilleriefeuers am 27.Mai ihre Ailettebrücken fertiggestellt.
Ein Zug der 4.Komp. (Führer: Lt Stahl) schloß sich der angreifenden Infanterie an, schlug
die etwa 100 Mann starke Besatzung der Cuissy-Fme. in die Flucht, nahm allein Dorf
Revillon und bewirkte durch geschickte Erkundung seines Führers, daß die Infanterie
in den Ort Chéry eindrang, woselbst noch 12 Lastkraftwagen abfahrbereit erbeutet wurden.

Uffz. Kolbach, Pi 24, läuft aus eigenem Antriebe in die noch besetzte feindliche Stellung
und holt 3 französische Offiziere, 17 Mann aus einem Unterstande heraus, deren Aussagen
für den weiteren Kampf von Bedeutung werden. Die 2. Komp. (Führer Lt. d.R. Jansen) machte
mit der 20. J.D. den Vormarsch bis Jaulgonne an der Marne mit und setzte am 31.Mai 1 Uhr
vormittags als erste Mannschaften der Division in Halbpontons über die Marne (Lt.Humbert).
Von 3 Uhr vormitags ab wurde das Übersetzen mit inzwischen gebauten Fähren fortgesetzt,
bis durch die mit Tagesanbruch einsetzende heftige Beschießung der Übersetzstellen durch
durch feindliche Artillerie mehrere Pontons und Fähren leck geschossen wurden.
(Hervorzuheben: Lt. d.R. Girnth und Vfw. Neuhaus). Das Gerät wurde unter erheblichen
Schwierigkeiten und mit großer Anstrengung in den Nächten 1./2. und 2./3. geborgen.
...

Zweite Marneoffensive 1918
Der Übergang über die Marne
REICHSARCHIV BAND 34, VON SEITE  77

Der Brückenbau wurde auch im Abschnitt der 1. Garde-Inf.Div. durch das
feindliche Artilleriefeuer erheblich beeinträchtigt. Trotzdem konnte die
Pontonbrücke westlich Dormans von 70 vorm. ab benutzt werden. Als
erste Truppe ging die L../1. G.Felda., die Begleitbatterie des 1. Garde-Regts.,
dort über die Marne, um schon kurze Zeit später der Infanterie wertvolle
Hilfe zu leisten. Der Bau der Brücke zwischen Dormans und Vincelles mußte
dagegen nach wiederholten Versuchen eingestellt werden, da der größte
Teil der Pontons durch das Artilleriefeuer zerstört worden war. Statt dessen
wurden einige Behelfsstege gebaut. Bald erschienen auch hier in fast regel-
mäßigen Abständen von 10 bis 15 Minuten starke feindliche Fliegergeschwader
über dem Marnetal und warfen Kettenbomben auf Brücke und Stege. Überall
gab es schwere Verluste. An der Brücke westlich Dormans fand auch der
General der Pioniere beim A.O.K. 7, Generalmajor U n v e r z a g t, mit seinem
Ordonnanzoffizier und dem Führer des Pi.Batls. 24 den Heldentod.


Kartenübersicht. Brückenschlag der 24er-Pioniere bei Tréloup. („Brückenstelle Süd")

Zweite Marneoffensive 1918
Der Übergang über die Marne
Ehrenbuch der deutschen Pioniere, Berlin 1925

Im Ehrenbuch der Deutschen Pioniere berichtet Lt.d.Res. JANSEN,
Offizier in 2./PiBtl 24 über den Marneübergang 1918 und den Tod des
Generalleutnants Unverzagt ausführlicher:

"Mit anbrechender Dunkelheit des 14.Juli 1918 marschierte PiBtl 24
zu den Bereitschaftsstellungen. Nach einer kurzen Besprechung im
Gefechtsstand des Bataillons wurden die Kompagnieführer mit ei-
nem kurzen "Glück Auf!" an ihre schwierige Aufgabe gestellt. Um
10.30 Uhr abends waren sämtliche Pontons an ihren Bereitstellungs-
plätzen von den zugeteilten Pionieren besetzt. Die Pontone wurden
aus ihren Deckungen hervorgeholt und zum Vertragen flottgemacht.
Noch ehe der Feuerschlag der Artillerie einsetzt, sind die Pioniere mit
ihren Pontons bis zur halben Höhe des Hanges vorgedrungen, um sie
an die Ablauflinie zu bringen.

Trotz Schwierigkeiten, die sich dem Vortragen der schweren Pontons
boten, gelang es den alle Kräfte einsetzenden tapferen Westfalen und
Rheinländern so weit vorzudringen, daß die Maschinengewehre über
ihre Köpfe hinweg das jenseitige Marneufer unter Feuer nehmen
konnten.Etwa 500 m von der Marne entfernt setzte plötzlich starkes
Artilleriefeuer aus weittragenden französischen Geschützen ein. Es gab
starke Verluste bei der Truppe wie auch an Material, und es bedurfte
der äußersten Tatkraft aller Offiziere und Unteroffiziere,den Vormarsch
bei dem heftigen Granatfeuer fortzusetzen.

Der Franzose hielt besonders die Marneniederung unter schwerem
Feuer und vor allen Dingen auch unter giftigen Gasen, welche ein
weiteres Vordringen mit aufgesetzter Gasmaske ausserordentlich
erschwerten. Der Standhaftigkeit und dem Mut der Westfalen und
der Rheinländer, ihrem Verantwortungsgefühl und ihrem Pflichtbe-
wußtsein ist es zu verdanken, daß die weiteren und letzten 500 m
Gelände bis zur Marne überwunden wurden.

Die Last der Pontone wurde immer drückender, die Wiesen immer
sumpfiger, die Verluste immer größer. Um 3.10 Uhr konnten die ersten
Pontons zu Wasser gelassen werden. Die zugeteilte Infanterie war in
schwierigen Momenten,besonders bei Ausfall durch Verluste, den be-
drängten Pionieren zu Hilfe gekommen und faßte im gegebenen Augen-
blick kräftig mit zu.Als die Boote erst zu Wasser gelassen waren, ging
das Übersetzen schnell vonstatten. Die ersten Pioniere unter Führung
von Lt. Girath erreichten um 3.12 Uhr zum ersten Mal das jenseitige
Marneufer und konnten nach Rückkehr das weitere Übersetzen durch-
führen.

Die Infanterie, die mit den ersten Pontons das jenseitige Marneufer
erreichte, warf den Feind in schneidigem Anlauf zurück, so daß die
Pioniere, von Maschinengewehrfeuer nicht behelligt, zum Bau von
Übersetzfähren schreiten konnte. Bald wurde mit diesen Fährem
Infanterie an das jenseitige Ufer geschafft. Das Übersetzen wurde
unentwegt fortgesetzt. Inzwischen begannen die Vorbereitungen
zum Brückenbau. Das Material für den Landstoß mußte von den 24er
Pionieren mit herangeschafft werden, weil die Ldsturm-Pi-K infolge
ihrer starken Verluste das Material nur zum Teil verbringen konnte.
Auch das anmarschierende Korpsbrückentrain hatte starke Verluste
erlitten, mehrere Pontonwagen waren ausgefallen.

Die ersten Wagen dieses Trains trafen um 4.30 Uhr in der Nähe der
Brückenstelle ein. Das Abladen des Trains erfolgte außerordentlich
schnell, ungeachtet der einschlagenden Granaten und Schrappnelle.
Während ein Teil der Pioniere das weitere Abladen der Pontons be-
sorgte, war der andere Teil schon dabei, die Pontons ins Wasser
zu bringen und für den Brückenschlag einzufahren. Alle Pioniere
gaben ihr Bestes her, bis zum letzten Mann waren sie in fieberhafter
Tätigkeit. Beim Legen des Uferbalkens schlug ein Volltreffer in den
Einbautrupp und verwundete Lt. Girath und mehrere seiner Leute.

Auch dieser Verlust konnte den schnell einsetzenden Brückenschlag
nicht aufhalten. Während auch das Übersetzen mit Pontons und Fähren
in vollem Gange war, wurden bereits die ersten Pontons für die Brücke
eingefahren, die Streckbalken und der Belag im EIltempo vorgetragen
und eingebaut. Es war eine fieberhafte Tätigkeit vom Offizier bis zum
letzen Pionier. Durch den Ausfall mehrerer Pontons bei der Beschießung
des Trains reichte das vorgesehene Material, besonders Pontons und
Streckbalken, nicht aus, so daß ein Teil der Fähren eingefahren werden
mußte.Trotz der feindlichen Gegenwirkung war die Brücke Süd um 6.20
fertiggestellt und konnte der nachfolgenden Infanterie, Minenwerfern,
Begleitartillerie und Kolonnen als Übergang dienen. Es war eine Leistung,
die einzig darsteht.

Die Brückenstelle Nord war durch die feindliche Artillerie derart mit
Granaten belegt, daß der Brückenschlag nicht zur Durchführung
kommen konnte.Die Verluste an Menschen und an Material ließen
keine Hoffnung  auf Durchführung des Brückenschlages mehr auf-
kommen, zumal die Pontons bis auf eines derart zerschossen waren,
daß sie nicht mehr verwendbar waren; einzelne Pontons hatten bis
zu 280 Schußlöcher. Das mag genügen, um zu zeigen, wie die feind-
liche Gegenwirkung am Angriffsmorgen gewesen ist. Die Brücke Süd
mußte infolge Ausfalls der Brücke Nord auch den dieser zugeteilten
Truppen als Übergang dienen. Es ist somit zu erklären, daß die Brücke
Süd außerordentlich beansprucht wurde und sich zeitig ein großes
Gedränge entwickelte.

Nach dieser enormen Leistung waren die Pioniere derart erschöpft,
daß ihnen eine kleine Ruhepause von ganz kurzer Art zu gönnen war.
Es wurde eine Brückenwache bei der fertigen Brücke belassen und
die übrigen Pioniere in den Wiesen der Marne zusammengezogen.
Trotz der überstandenen Anstrengungen konnte man allerseits eine
außergewöhnliche Freude und Genugtuung über das Gelingen des Brücken-
schlages feststellen, ein Gefühl, das selbst den erschöpften Mann die
überstandenen Strapazen vergessen ließ.
Es war mir vergönnt, gleich nach Fertigstellung der Brücke dem General-
kommando und dem General der Pioniere, Generalmajor UNVERZAGT,
das Gelingen des Überganges telefonisch zu melden und meine besondere
Freude und Anerkennung über die Leistungen der Pioniere zu hören.

Mit anbrechendem Tag erfolgte der erste Fliegerangriff auf die Brücke,
Ein feindlicher Flieger ging bis auf eine Höhe von etwa 30 m herunter und
beschoß die Brücke mit Brandmunition. Ein weiterer Fliegerangriff belegte
die Brücke mit Bomben, wodurch eine Beschädigung zweier Pontons hervor-
gerufen wurde, die von bereitstehenden Pionieren ausgebaut und durch
neue Pontons ersetzt wurden, so daß der Übergang nach kurzer Unter-
brechung wieder in Fluß kam. Gegen 1 Uhr mittags war der General der
Pioniere, Generalmajor Unverzagt, sein Adjutant, Hptm Lindner, unser
Batallionskommandeur, Major Stille, und sein Adjutant, Lt Vogel, an die
Brückenstelle geeilt, um das Werk der Pioniere in Augenschein zu nehmen.

In voller Würdigung der außerordentlichen Schwierigkeiten, welche ange-
sichts des Geländes und besonders hervortraten, war der General der Pioniere
voll des Lobes über die Leistungen der Pioniere seines früheren Batallions und
äußerte mit beredten Worten seine Anerkennung über die fast übermensch-
lichen Anstrengungen seiner Schwarzkragen. Seine lobende Anerkennung
steigerte er zu dem Aufruf, daß diese Leistungen und dieser Tag der Ehren-
tag der des Pionierbatallions "Eisen" (Schon im Frieden unter seinem ersten
Kommandeur, Major Unverzagt, so benannt) und für ihn als seinem Friedens-
kommandeur der schönste Tage seines Lebens sei- mitten in diesem Jubel
und dieser Freude traf ihn das Geschick! Ein feinliches Fliegergeschwader in
Stärke von 60 Flugzeugen bewarf die Brückenstelle und das anschließende
Gelände mit Fliegerbomben.

Eine solche Bombe schlug mitten in den Kreis der Offiziere und tötete
Generalmajor Unverzagt, Hptm Lindner, den BtlKdr Major Stille, der an diesem
seine Beförderung zum Major erhalten hatte, und seinen Adjutanten Lt Vogel
sowie eine größere Zahl tapferer Pioniere.
So wurde der Ehrentag des PiBtl 24 gleichzeitig der Todestag seines hochver-
dienten Generalmajors Unverzagt, der als ein unersetzlicher Verlust für die
Pionierwaffe inmitten seiner getreuen Pioniere den Tod für´s Vaterland er-
litten hat und damit die glorreiche Tat seiner Pioniere mit seinem Blute
besiegelte. Wir haben unseren hochverdienten General wie auch den anderen
Offizieren nur noch die letzte Ehre erweisen können; sie ruhen in deutscher
Erde und sind in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft Deutschlands gefallen.
So haben die deutschen Pioniere, in besonderer Weise aber die Westfalen
und Rheinländer im PiBtl 24 an der Marne im Juli 1918 einen ihrer Tradition
würdigen Abgang bereitet. Dank Euch tapferen 24ern allen! Vergeßt nicht
Eure Kameraden, die auf dem Felde der Ehre geblieben sind und den Besten
von ihnen allen:Euren Friedenskommandeur, unserem hochverdienten
Generalmajor Unverzagt."


Pontonbrücke: Brückenschlag im Frieden.


Stummer Zeitzeuge bei Dormans, 2 km östlich von Tréloup, ( 1918 Brückenstelle Süd.)
Hinter der Uferstraße liegt seit 85 Jahren ein Ponton vom Brückenschlag 14./15.07.1918.

Wilhelm Westecker: Westfalen stand wie ein Fels.
Die westfälischen Regimenter im Weltkrieg. Berlin 1939.
S. 142  Die 24er Pioniere

Die 24er Pioniere

Pionier, das schwarze Korps,
Zut sich unter allen vor.

Das Pionier-Bataillon 24 bestand bei Kriegsausbruch erst einige Jahre.
Es war der jüngste Truppenteil des VII. Armeekorps. Es wurde 1908 in Köln als
Festungs-Pionier-Bataillon aufgestellt und hatte sich schon vor dem Kriege den
Beinamen Bataillojn Eisen errungen. Das Bataillon wurde bei der Mobilmachung
zum Pionier-Regiment 24 erweitert.Es rückte mit 2 Bataillonen zu je 3 Kompanien
geschlossen aus. Es war an der Eroberung aller Festungen beteiligt: Lüttich, Namur,
Maubeuge und Antwerpen. Das Fort Boussois bei Maubeuge wurde durch die Minen-
werfer der 4. Kompanie sturmreif geschossen.

Vor Antwerpen gelang es den Pionieren bei der Erstürmung des Forts Wawre
St.Catharine, zwei Schnellbrücken über den 50 Meter breiten Graben zu schlagen.
Sie ließen sich durch die heftig feuernden Grabenflankierungsgeschütze nicht ab-
halten. Der Sturm auf das Zwischenwerk Dorpvelde entwickelte sich beinahe wie
eine Pioniersturmübung auf dem Übungsplatz.Der Führer der 3. Kompanie, Hauptmann
Ehringhaus, die sich hier besonders auszeichnete, erhielt von General v. Beseler als
einer der ersten der Belagerungsarmee das Eiserne Kreuz I. Klasse.

Im Stellungskrieg wurde auch das Regiment nicht mehr geschlossen eingesetzt,
sondern kompanieweise verschiedenen Divisionen zugeteilt. Es stand meist in
Flandern, mit einzelnen Teilen aber auch bei St. Quentin, am Chemin des Dames
und in der Champagne. In der verhängnisvollen zweiten Marneschlacht am
15. Juli 1918 zeichneten sich die 24er beim Brückenschlag über die Marne bei
Dormans besonders aus. Im Angesicht des Feindes mußte die Brücke geschlagen
werden. Es kostete übermenschliche Anstrengungen. Gegen Mittag besichtigte
Generalmajor Unverzagt, der 1908 als Major der erste Bataillonskommandeur der
24er gewesen war, diese Brückenstelle Süd und freute sich ganz besonders über
diese Leistung seines alten Bataillons. Dieser Ehrentag des Bataillons Eisen sei
auch der schönste seines Lebens. Da brausten feindliche Flieger heran, ein
Geschwader mit 60 Flugzeugen. Sie bewarfen die Brückenstelle mit Bomben.

General Unvezagt und der Kommandeur der 24er, Major Stille, fielen mit vielen
Pionieren. Auch in den Rückzugskämpfen stand das Bataillon seinen Mann. Bis zum
letzten Tage blieb der letzte Pionier auf seinem Posten. Das Bataillon verlor 34
Offiziere, 103 Unteroffiziere und 941 Pioniere.

Rudolph Stratz: Der Weltkrieg.
Verlag Scherl, Berlin 1933.

S. 345 ff Die Offensive beiderseits von Reims

Nacht vom 14. zum 15. Juli 1918

„Eine so dunkle Nacht", schildert als Mitkämpfer Oberleutnant Hesse,
„habe ich kaum erlebt. Man sah im Wald nicht die Hand vor Augen, rannte
gegen Bäume. Der Boden war glatt und schlüfrig, die Luft mit Gas gefüllt,
ab und zu heulte es - einige schwere Granaten sandte der Feind herüber.
Es dauerte Stunden um Stunden, Geht es noch nicht los? Man duselte
vor sich hin. Endlich: Ein wahnsinniges Artilleriefeuer setzt ein. Ein Uhr
morgens! Der Feind hatte begonnen. „ Die Gasmasken auf! Antreten!
Hat jeder sein Gewehr?" Nun geht es auf den schmalen Schneisen zum Fluß.
Zwei Pontons sind zur Stelle. Überhastet geht der erste hinüber. Ein
Maschinengewehr schießt von drüben zu hoch. Alles duckt sich.
Das Ufer ist steil. An den Weiden ziehen sich die Infanteristen hinauf, bleiben
hängen ... ein Drahthindernis! Dahinter ein Graben? ..."

Noch einmal Hauptmann Hesse (Grenadierregiment 5) aus seinen
Erinnerungen an den Weltkrieg:

Das I.Bataillon, das rechts angreifen sollte, erhielt auf dem Schneisenweg
der zum Fluß führte, starkes Feindfeuer. Nur Teile erreichten den Fluß.
Die Pioniere hatten aufgegeben; die Pontons lagen 100 Meter vor der Marne-
hier ist kein Übergang möglich; starke feindliche Infanterie verteidigt hart-
näckig die gegenüberliegenede Flußseite mit zahlreichen Maschinengewehren...

Zur Linken liegen die Dinge etwas besser. Das Füsilierbataillon hat mit zwei
Kompanien den Fluß erreicht und setzt über ... Große Teile des als Reserve
eingesetzten II. Bataillons... sind auch schon am anderen Ufer angekommen...

„ Die Gasmasken auf! Antreten! Hat jeder sein Gewehr?" Nun geht es auf den
schmalen Schneisen zum Fluß. Die Pioniere stehen etwas tiefer. Ihr Führer
ist ratlos; er hat zu wenig Leute übrig. Die Infanterie muß mit anfassen und
die Pontons die mehreren hundert Meter zum Fluß tragen. Unten am Fluß
haben die Pioniere besser gearbeitet: Zwei Pontons stehen bereit, sechs
sollten da sein. Überhastet geht der erste hinüber.."
 
 
 

Winston Churchill: Erinnerungen

„...unten, jenseits der deutschen Brustwehren, schießt ein Katarakt von
Feuer und Stahl auf. Vorwärts mit den unbezwingbaren Veteranen des
Vaterlandes! Die Marne muß überschritten werden! Tausende Geschütze
und Maschinengewehre peitschen ihre Wasser. Jetzt aber gehen die Sturm-
truppen vor, kriegsgewohnt und kriegsgestählt, und wieder einmal ist
„ Nach Paris!" auf ihren Lippen. Sie bringen leichtgebaute Pontons und
Flöße inmitten der heulenden, pfeifenden, donnernden Hölle ins Wasser,
überqueren den Fluß, erklimmen das jenseitige Ufer und ringen mit den
Franzosen; ringen auch mit den Amerikanern, die zahlreich, frisch und
kalten Blutes. Sie werfen diese unter schweren Verlusten zurück und richten
ihre Stellungen ein. Sie schlagen ihre Brücken, schleppen Geschütze und
Geschosse herüber, und bei Einbruch der Nacht haben sich fünfzigtausend
Deutsche in einer vier Meilen langen Front am anderen Ende der Marne auf
dem blutigen Schlachtfeld eingegraben. Hier machen sie halt, nachdem sie
vollbracht, was nur je Soldaten gelistet haben."

Fliegerangriff:

Der Luftangriff auf die Brücke Süd bei Tréloup wurde von der 12. Bomberescadron
ausgeführt. 70 Bomber vom Typ Breguet XIV B.2 mit Jagdschutz durch vier Maschinen
des Typs Caudron R.11 warfen 17 t Bomben auf die Übergangsstelle und die Truppen-
kolonnen.